StartseiteLesetippsGrußwort zur Gründungsversammlung der Aachener Bürgernitiative „Gute Nachbarschaft mit Russland“

Grußwort  aus Berlin von Jürgen Heiducoff, Oberstleutnant a.D., Mitglied der ‚Würselener Initiative für den Frieden‘

Ich grüße Sie, liebe Initiatoren und Teilnehmer der Gründungsversammlung der Aachener Bürgerinitiative „Gute Nachbarschaft mit Russland“.

Diese Bürgerinitiative ist ein hervorragender Impuls für die Erhaltung des Friedens.

Angesichts der Kriegstreiberei neoliberaler Kräfte in Deutschland ist diese längst überfällig.

Wünschenswert wäre es, es folgten weitere regionale Initiativen, die unsere Stimme der Vernunft bis ins Regierungsviertel Berlins hörbar machten.

Ich wünsche mir, dass sich Bürger der Russischen Föderation und Deutschlands immer öfter begegnen. Dies diente dem Abbau des künstlichen Feindbildes.

Ich behaupte, die russische Seele ein wenig zu kennen. Diese ist unvereinbar mit dem Streben  nach Konfrontation, Androhung von Gewalt und Krieg.

Ich habe vier Jahre im Raum Moskau studiert und gelebt und viele russische Nachbarn und Freunde kennen gelernt. Daher weiß ich: Die Russen wollen keinen Krieg !

Es gibt jedoch leider wie bei uns auch in Moskau Hardliner, die Krieg und Gewalt als Mittel der Politik nicht ausschließen wollen. Dies entspricht weder dem Willen der überwiegenden Mehrheit der Deutschen, noch dem der Russen.

Acht Monate war ich Militärbeobachter der OSZE während des Krieges des prowestlichen Präsidenten Jelzin gegen Tschetschenien. Dort wurde ich Augenzeuge, wie Tschetschenen und Russen gleichermaßen unter der Knute Moskaus litten und der Westen tatenlos zu sah.

Über zwei Jahrzehnte war ich als Offizier im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen Zeuge unzähliger Begegnungen und gemeinsamer Aktivitäten von Militärs aus West und Ost im Rahmen vertrauens- und sicherheitsbildender Maßnahmen. Was Anfang der 1990er Jahre gut begonnen hat, ist leider den veränderten politischen Interessen vor allem des Westens zum Opfer gefallen. Wir Militärs konnten in aller Regel besser miteinander kooperieren als die Politiker.

Möge es uns gelingen, durch vielfältige basisdemokratische Initiativen und Begegnungen den Kräften entgegen zu wirken, die in West wie in Ost auf Gewalt setzen!

Gehen wir auf die Russen zu!

Und vergessen wir nicht die späte Erkenntnis Karl Liebknechts: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“

Ich bin überzeugt, dass durch mehr Druck von der Basis die Machtpolitiker in West wie in Ost in die Schranken gewiesen werden können.

Jürgen Heiducoff, Oberstleutnant a.D.

 

 

 

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