Katastrophen-ALARM
Wir befinden uns in einer noch nie dagewesenen Bedrohungslage. Hochwasser, Tornado, Starkregen, Stromausfall – das alles ist jederzeit möglich. Jeden Moment kann es klingeln: Evakuierung wegen Weltkriegsbombenfund – Evakuierung! Sofort raus aus der Wohnung!
Ja und dann unsere große neue Aufgabe: Bis 2029 muss Deutschland kriegstüchtig sein und bis 2030 muss Deutschland zivilschutztüchtig sein.
Hier sind wir alle gefragt. Jeder kann seinen Beitrag leisten. Und das sollten wir auch tun. Wir müssen uns vorbereiten. Wir möchten die Gelegenheit heute nutzen, um euch alle aufzuklären und zu informieren, was unser Land von uns erwartet.
Notfallvorsorge! Lebensmittelvorrat! Notgepäck! Richtiges Handeln im Katastrophenfall!
Damit das Ganze nicht allzu bedrückend für Euch wird, haben wir uns dazu ein kleines Zwiegespräch ausgedacht. Grundlage unserer Ratschläge ist die Broschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. (Bild)
| D: Wie hat dir die Broschüre gefallen? P: Ich finde die super. Vieles weiß man ja schon. D: Ja, zum Beispiel das mit den Essensvorräten. Ich habe auch schon jede Menge Konservendosen eingekauft.Erbsensuppe in Dosen, Bohnensuppe in Dosen, Linsensuppe in Dosen, Ravioli. P: Ja, einiges war mir aber auch neu. Da auf Seite 13 der Tipp mit dem Einweggeschirr zum Wassersparen. Braucht man nicht zu spülen und ist super hygienisch! D: Ja, das ist ein Supertipp. Frühstück, Mittagessen, Abendessen, das sind 3 Teller pro Tag und Person. Für 10 Tage in unserem Fall dann 120 Pappteller und natürlich entsprechend das Besteck. Vielleicht lieber 150 – wenn mal Besuch kommt, P: Gute Idee – wenn kein Strom da ist kann man ja zur Candellightparty einladen. Aber Pappteller kannst du da nicht nehmen. Suppe und Pappteller, das funktioniert nicht. Da musst du schon die Plastikteller kaufen. D: Kriegt man die denn überhaupt noch zu kaufen? Gibt es nicht eine EU-Verordnung, dass die verboten sind? P: Also im Kaufland hab’ ich die noch gesehen. Aber da musst du wahrscheinlich schnell sein, wenn du 150 haben willst. D: Da werd’ ich mich umgehend drum kümmern. Ist ja gut, dass die gelbe Tonne so groß ist. Da geht ja nee Menge rein. P: Da musst du aufpassen. Der Müll wird dann ja nicht mehr abgeholt. Auch ein Tipp auf Seite 13: Jede Menge Müllbeutel. D: Das gibt aber `ne Menge Plastikmüll. . Also, Umweltfreundlich ist das ja nun nicht. P: Du darfst nicht vergessen, es geht um Katastrophe. Da ist das mal egal. D: Und dann noch hier die Hygienetipps: Feuchttücher, Haushaltshandschuhe, Händedesinfektionsmittel P: Oh, Gott ja, Händedesinfektionsmittel, davon habe ich aus der Coronazeit noch jede Menge. Ich krieg da immer so’n juckenden Ausschlag von. D: Ja, egal, Hauptsache hygienisch. P: Ja, da hast du recht! Man steckt sich ja so schnell mit was an. D: Ja und hier: Falls das Wasser abgestellt ist, sollte man eine Campingtoilette benutzen. Diese Sanitärflüssigkeit braucht man dann natürlich auch auf Vorrat. P: Das ist doch ekelig. Die muss man doch alle paar Tage ausleeren. Wo soll man denn hin mit dem Zeug? D: Auf keinen Fall darf man das in die Landschaft kippen. Wegen diesem Desinfektionszeug darin. Tenside, Formaldehyd und so. Auf den Campingplätzen gibt es Entsorgungsstationen dafür. P: Na das wird lustig, Da werden die Leute aber Schlange stehen. D: Und die Entsorgungsstationen laufen über. P: Ob das alles so richtig durchdacht ist? Nachher kippen die Leute das dann wahrscheinlich einfach in die Gosse. D: Wo wir gerade beim Thema Entsorgen sind : Also, wenn jetzt bei uns der Strom weg wäre, dann muss ja zuerst mal alles aus der Tiefkühltruhe weg. Zunächst hätten wir dann ja total viel zu essen. P: Ja, und dann holt man sich die frischen Sachen vom Rewe, der muss seine Kühltruhe ja auch leer machen. D: Nee, nee. Die Supermärkte dürfen das nicht mehr verkaufen die müssen dann alles aus der Kühltruhe wegwerfen. P: Wie, was? Wegwerfen? D: Da gibt es eine EU-Vorschrift. Kühlkette unterbrochen – dann müssen die Sachen sofort weggeworfen werden. Verbraucherschutz – das ist nur zu unserem Schutz: Noroviren, Salmonellen, Kolibakterien – eben Lebensmittelvergiftung. P: Ach nee? Aber so schnell wird das doch nicht schlecht. Manchmal versteht man es nicht. D: Man muss ja nicht alles hinterfragen, man kann sich ja auch einfach mal an was halten. P: Ja da hast du recht .Das kennen wir doch eigentlich: „Diese Regeln dürfen nie hinterfragt werden“. D: Ja und hier – Dokumentenmappe, damit man alle Unterlagen griffbereit hat, wenn man evakuiert wird. Das finde ich interessant. Was da alles reingehört. P: Hier Seite 19 steht: Als Original gehört in die Dokumentenmappe: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Sterbeurkunde. D: Sterbeurkunde habe ich gar nicht. P: Als Original oder beglaubigte Kopie: Sparbücher, Kontoverträge, Wertpapiere, Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide, Zeugnisse. D: Einkommenssteuerbescheid, sehr wichtig, das man den dabei hat. P: Eine einfache Kopie reicht für: Personalausweis, Führerschein, Fahrzeugpapiere, Impfpass. D: Also den Impfpass, meine ich, sollte man im Original haben. Kopie kann gefälscht sein. Ne Kopie würde doch nie anerkannt werden. P: Da kommst du unter Umständen nicht rein in so’ne Notunterkunft. Aber jetzt kuck mal hier, Notfallgepäck – soll man immer bereithalten. Evakuierung ist jederzeit möglich. Hier auf Seite 21 eine Supercheckliste. Also: Erste Hilfe Material, persönliche Medikamente, die Dokumenten Mappe, Schlafsack, Essen für 2 Tage, Kleidung für ein paar Tage Gummistiefel, Essgeschirr, Besteck, Dosenöffner, Taschenmesser, D: Taschenmesser?! Steht da was über die Klingenlänge. P: Nee, hier steht nur Taschenmesser. D: Messer, ich weiß nicht. Stell dir vor, Notunterkunft in der Turnhalle und alle haben Messer dabei. P: Da hätte ich auch Angst. In dem Fall muss man das sicher abgeben. D: Steht denn da noch mehr auf der Liste? P: Kopfbedeckung, Schutzhelm, behelfsmäßiger Atemschutz, Arbeitshandschuhe, Fotoapparat, D: Ja, wie Fotoapparat? Wofür das denn? P: Ja, ich weiß auch nicht. Was willste denn mit einem Fotoapparat? Eigentlich hat man dann ja andere Sorgen. Aber, vielleicht, wenn in der Notunterkunft Missstände sind, dann kann man das dokumentieren. So wie man das im Urlaub im Hotel macht. D: Geld zurück gibt’s dann aber wohl eher nicht. Und überhaupt in einen Tagesrucksack kriegt man das ganze Zeug doch gar nicht. Da müsste ich schon den alten Seesack nehmen, den mein Vater aus dem Krieg mitgebracht hat. P: Kannst du den denn noch tragen, wenn das alles drin ist? D: Ach zu zweit geht das schon. Und die Herren vom Evakuierungskommando können ja auch mit anfassen. P: Ach, jetzt kuck hier: Verhalten bei Gefahrstofffreisetzung. Seite 61. Also chemische, biologische oder radioaktive Stoffe. D: Um Gotteswillen Radioaktiv, das ist der Supergau. Radioaktiver Unfall, da kannst du dich nicht mehr schützen. Das ist das Ende, dann ist es aus, da kann man nur noch hoffen, dass es schnell geht. P: Das hab’ ich auch immer geglaubt, aber hier: Seite 64. Du kannst dich schützen. Mit ganz einfachen Mitteln: In den Keller gehen. Atemschutzmaske. D: Ach nee – Atemschutzmaske? Kuck hier, ich hab’ immer noch eine dabei – aus alter Gewohnheit. P: Und hier steht: Hände waschen, das können wir doch noch. D: Das ist ja toll. So einfach kann man sich schützen. Gut, dass wir das jetzt wissen. Und so super übersichtlich zusammengefasst. Hier mit diesen Checklisten. Besser geht’s nicht. Also im Grunde müsste man das ja auch mal richtig üben. Also so bei sich zu Hause. P: Ja, die Schidlowskis, die haben das gemacht. Er hat bei sich für 10 Tage Strom, Wasser und Telefon abgestellt. Und damit die ganze Sache auch realistisch ist, hat er seiner Frau nichts davon gesagt. D: Und wie sind die zurechtgekommen. P: Sie hat mir gesagt, dass sie nicht drüber sprechen möchte, und dass sie jetzt in Scheidung leben. Trennungsjahr. D: Na, da kann die Broschüre ja nichts dafür. Die ist super. P: Und realistisch üben – so verkehrt ist der Gedanke ja nicht. |
27. Juli 2025, Petra & Doris Dirksen

